Subtile, aber smarte und wirkungsvolle Kontrastverbesserung in Photoshop

Die meis­ten von uns gehen ja auf gut ein­ge­lau­fe­nen Pfa­den bei der Bild­be­ar­bei­tung. Ich auch. Nun hat ein bewähr­ter Work­flow ja sein Gutes. Aber gele­gent­lich soll­te man viel­leicht doch mal wie­der einen Blick über den Tel­ler­rand wer­fen. Habe ich gera­de gemacht.

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Es begab sich, dass die Tage in mei­ner Inbox ein News­let­ter von Jim­my McIn­ty­re mit dem Titel »A Superb Way To Add Pre­cisi­on Con­trast To Your Pho­tos« auf­schlug. Dar­in ver­link­te er auf ein klei­nes, aber fei­nes Tuto­ri­al von Bri­an Knott auf Shut­te­rE­vol­ve. Es ging um eine ein­fa­che und sehr effek­ti­ve, gut zu steu­ern­de Metho­de, den Motiv­kon­trast zu ver­bes­sern. Natür­lich füh­ren wie immer vie­le Wege nach Rom, aber die­ser Tipp funk­tio­niert ver­blüf­fend gut.

Das Gan­ze pas­siert in Pho­to­shop im Lab-Modus – eigent­lich L*a*b* geschrie­ben. Der führt zwar in der Regel ein Schat­ten­da­sein, ist aber tat­säch­lich für vie­les gut.[1]Bei­spie­le etwa für Ana­log­fo­to­gra­fen und deren Scans

Ich benut­ze seit vie­len Jah­ren Ado­be Ligh­troom als Bild­ver­wal­tung – und sehe auch kei­nen Grund, das zu ändern. Dort wäh­le ich das zu bear­bei­ten­de Bild aus und drü­cke Strg‑E. So wird es direkt in Pho­to­shop geöff­net. In die­sem Fall, war es eine abend­li­che Water­scape-Auf­nah­me direkt von unse­rer Ter­ras­se aus mit mei­ner bewähr­ten Fuji X100S.

Dann wird als ers­tes eine Kopie des Bil­des erzeugt: Menü > Bild > Duplizieren

Die Kopie ist schon akti­viert. Wir wäh­len: Menü > Bild > Modus > Lab-Farbe

Somit hat die Kopie ihren Bild­mo­dus von RGB zu Lab gewechselt.

Wir akti­vie­ren das Ori­gi­nal­bild und fügen mit einem Klick auf das ent­spre­chen­de Sym­bol eine neue Ebe­ne hinzu.

Die neue Ebe­ne ist prak­ti­scher­wei­se schon akti­viert. Also wech­seln wir im Menü in einen Bereich, den vie­le von uns wohl noch nie betre­ten haben: Menü > Bild­be­rech­nun­gen.

Unter »Quel­le« wäh­len wir im Drop­down die Kopie aus. »Ebe­ne« bleibt auf Hin­ter­grund. Bei »Kanal« wäh­len wir »b«. Die Füll­me­tho­de bleibt hier noch auf »Mul­ti­pli­zie­ren«.

Nach­dem die Ände­rung voll­zo­gen ist, sieht das Bild erst­mal ver­dammt merk­wür­dig aus, grau und unan­sehn­lich, doch gemach. 

Wir stel­len im Ebe­nen­fens­ter rechts unten die Füll­me­tho­de auf »Inein­an­der­ko­pie­ren« um.

Et voi­là!

Die Kon­trast­ver­än­de­rung mag recht sub­til sein, aber sie stellt ein­deu­tig eine Ver­bes­se­rung dar. In mei­nem Bei­spiel­bild aus Kroa­ti­en, das ansons­ten völ­lig unbe­ar­bei­tet war, gewinnt die gan­ze Sze­ne­rie, ins­be­son­de­re Him­mel und Wol­ken, deut­lich an Tiefe.

Ein­fach mal die Ein­stel­l­e­be­ne mit dem Lab-Kon­trast im Wech­sel an- und abschal­ten – via »Auge«. Dabei zei­gen sich die Unter­schie­de sehr schön. Oben habe ich es in der Ver­gleichs­an­sicht mit dem Sli­der mal dargestellt.

Was machen wir mit die­sem Ein­griff eigent­lich? Im Lab-Modus ist der Kanal B – den wir hier ein­set­zen – für die blau­en und gel­ben Farb­an­tei­le zustän­dig. Er arbei­tet auf der Basis von Neu­tral­grau und ver­än­dert in Rela­ti­on dazu die Farb­tö­ne, die hel­ler oder dunk­ler sind. Kon­kret wer­den also mit dem Lab-Lay­er die Gelb­tö­ne im Ergeb­nis hel­ler und die Blau­tö­ne abge­dun­kelt. Logi­scher­wei­se wird die Wir­kung bei Bil­dern mit Far­ben aus die­sem Bereich am größ­ten sein – Land­schaf­ten zum Bei­spiel.
Wie immer gilt: Ver­such macht kluch… 

Die Kopie des Bil­des in Pho­to­shop wird nicht mehr gebraucht und wir kön­nen sie nun löschen. Danach spei­chern wir das neue Bild, wo immer und wie immer wir es brau­chen. Wer spä­ter viel­leicht noch mal was ändern möch­te – etwa die Deck­kraft des Lab-Lay­ers, falls der Effekt zu stark aus­fal­len soll­te – der soll­te sich für TIF oder PSD ent­schei­den, da die Ebe­nen dann mit­ge­spei­chert werden.

In mei­nem Fall lan­det das Bild nach einem beherz­ten Strg‑S wie­der in Ligh­troom im Ord­ner mit sei­nen Brü­dern und Schwes­tern. Da kann ich dann nach gus­to wei­te­re Ver­än­de­run­gen vor­neh­men, es dru­cken, expor­tie­ren, mit LR-Mogri­fy mit Rah­men und/oder Was­ser­zei­chen ver­se­hen und und und.

Das Vor­ge­hen mag hier erst ein­mal etwas kom­pli­ziert erschei­nen, ist es aber eigent­lich gar nicht. Versprochen.

Den­noch habe ich natür­lich gleich ver­sucht, eine Pho­to­shop-Akti­on dar­aus zu machen. Ein­mal kli­cken und alles ist erle­digt. Das ist mei­ne klei­ne Ergän­zung zum Vor­ge­hen von Bri­an Knott, das ich hier ansons­ten ein­fach nur nach­ge­turnt habe.

Das geht auch, aller­dings gibt es beim Auf­zeich­nen bzw. der Wie­der­ga­be der Akti­on unter dem Punkt »Bild­be­rech­nun­gen« ein klei­nes Pro­blem. Der Name der Bild­ko­pie bleibt immer der, der bei der Auf­zeich­nung der Akti­on ver­ge­ben war. Bei jedem wei­te­ren (neu­en) Bild bricht die Ver­ar­bei­tung der Akti­on also ab, weil die Kopie natür­lich jedes Mal anders heißt.

Aber es gibt eine Lösung. Ich habe das so gere­gelt, dass ich beim Dupli­zie­ren des zu bear­bei­ten­den Bil­des die Kopie immer »lab« nen­ne – ohne Anfüh­rungs­zei­chen, ver­steht sich. Der Name ist eigent­lich Wurscht, solan­ge es immer der­sel­be bleibt, da die Kopie ja am Ende eh gelöscht wird. Aber auf die­se Wei­se läuft die Pho­to­shop-Akti­on sau­ber durch. Sehr schön!

Hier bie­te ich die PS-Akti­on zum Down­load an.

Bei Fra­gen – fragen.

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